| Aktuelles aus der Domkantorei
Mitglieder der Schweriner Domkantorei vom
7.-11.Oktober 2010 auf Konzertreise nach Kaschubien Kaschubien, im heutigen Polen und
ehemaligen Westpreußen gelegen, eine Landschaft mit zahlreichen Seen und
waldreichen, hohen Moränen war das Ziel einer fünftägigen Konzertreise der
Schweriner Domkantorei unter der Leitung von Domkantor Jan Ernst und den
Organisatoren Helmut Frick und Klaus Israel (Kulturbund Schwerin). Die
Eindrücke auf der Reise waren vielfältig. Außer zwei Konzerten, die der Anlass
für die Reise waren, hatten wir die Chance, Kartuzy mit der beeindruckenden
ehemaligen Kartäuserkirche, die Stadt Gdansk sowie Malbork mit der vom
Deutschen Orden errichteten Marienburg zu sehen. Die Stimmung innerhalb des
Chores war geprägt von einer großen Offenheit. Sicherlich hat die Atmosphäre
der Unterkunft in einem gast- freundlich geführten, neu errichteten Bauernhof,
wunder- schön an einem See gelegen, dazu beigetragen.
Das Konzert in der Kazimiercz- Kirche
in der nahegelegenen Kleinstadt Kartuzy war der konzertante Höhepunkt der
Reise. Das heterogene Konzertprogramm wurde im ersten Teil vom a-capella Gesang
der Domkantorei und im folgenden Teil durch den Kinderchor und Lehrer- orchester
der örtlichen Musik- schule sowie einer Orgel- komposition des örtlichen Kantors
Dariusz Formella bestritten. Das Programm umfasste neben romantischer und
barocker Musik auch Gospelmusik. Die Stimmung in der voll besetzten Kirche drückte
während und nach dem Konzert Sympathie
und Begeisterung aus. Die Geste des deutschen Chores, anlässlich des an diesem
Wochenende anstehenden Feiertags zur Papstwahl von Johannes Paul II. eines
seiner Lieblingslieder auf polnisch zu singen, wurde verstanden und rührte
einige Zuhörer zu Tränen. Der offiziell vorgetragene Dank am Ende des Konzertes
für alle Mitwirkenden schien unerschöpflich und zeigte die recht
unterschiedliche Mentalität zwischen den eher nüchternen Norddeutschen und den
spürbar mehr zu spontanen Gefühlen fähigen Polen. Erlebnisstark war
auch die außerplanmäßige Mitwirkung unseres Chores in der Mittagsmesse im Dom
zu Oliva, in deren Anschluss unser Konzert stattfinden sollte.
 Eine Schwierigkeit
entstand daraus, dass die vorhergehende Messe nicht pünktlich endete. Aus der
Not heraus ließ Jan Ernst, der in der Kirche gern eine kurze Probe durchgeführt
hätte, den Chor vor der Kirche Aufstellung nehmen und die aufzuführenden Stücke
ansingen. Während der Messe durfte der Chor im Chorgestühl hinter dem Priester
Platz nehmen. Es war beeindruckend aus dieser ungewöhnlichen Perspektive den
Gottesdienst zu feiern und den ungewöhnlich langen Kirchenraum auf sich wirken
zu lassen. Während der Kommunion sang unser Chor das „Domine ad adiuvandum me“
von Gottfried August Homilius und „Das Boot“ von Cesareo Gabarain, letzteres
zuerst auf Deutsch und dann auf Polnisch. Gleich im Anschluss an die Messe
begann das Chorkonzert, u. a. mit Stücken von Gabriel Fauré, Heinrich Schütz,
Felix Mendelsohn Bartholdy. Und wieder schlug dem Chor aus der vollbesetzten
Kirche Begeisterung und Sympathie entgegen. Ein
folgender kurzer Abstecher an die Ostsee und ein Nachmittag zur freien
Verfügung in der pulsierenden Großstadt Danzig bei traumhaftem Wetter bildeten
den Abschluss einer eindrucksstarken Reise.
Beatrix
Dräger und Annette Krug
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