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Die fernen Nächsten

Evangelische Christen in Kasachstan und Mittelasien

Vor 250 Jahren wanderten viele Deutsche nach Russland aus, vor allem an die Wolga, in die Ukraine und in den Kaukasus. Dort bildeten sie z.T. geschlossene Siedlungsgebiete oder lebten mit anderen Nationalitäten eng zusammen. Unter Stalin wurden alle Russlanddeutschen verschleppt, nach Sibirien, Kasachstan und Mittelasien. Viele sind in Arbeitslagern umgekommen. Über Jahrzehnte waren deutsche Sprache und christliches Leben (sogar der Besitz der Bibel und häusliches Gebet) streng verboten. Trotzdem gibt es heute hinter dem Ural hunderte lutherische Gemeinden. Obwohl die Ausreise nach Deutschland immer noch erstrebenswert erscheint, wollen oder müssen viele dort bleiben. Außerdem finden Menschen anderer Nationalitäten zu den lutherischen Gemeinden, wo sich diese der russischen Sprache öffneten und nicht nur deutsche Kultur pflegten. Wir wollen sie nicht vergessen.

Die fernen Nächsten

Gottesdienst in der Hauptstadt Astana

Vor 30 Jahren begann Altbischof Heinrich Rathke Gemeinden zu besuchen und zu sammeln. Inzwischen ist daraus eine Partnerschaft zwischen der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs und der Lutherischen Kirche in der Republik Kasachstan erwachsen. Für die Gemeinden in Kasachstan ist solche Beziehung besonders wichtig, da nach dem Zerfall der Sowjetunion die wirtschaftliche Not groß ist. Das öffentliche Verkehrsnetz ist weitgehend zusammengebrochen. Die Wege zu den Gemeinden sind weit, beschwerlich und gefährlich. Steppe, Wüste und Hochgebirge sind zu bewältigen. (Von der Hauptstadt Astana zur Gemeinde in Ust Kamenogorsk fährt man 26 Stunden mit dem Bus!)
Neben dem Kampf mit den widrigen Umständen, der harten Umstellung auf die Marktwirtschaft mit all den Verwerfungen, Ungerechtigkeiten und ungewohnten Herausforderungen galt es, die Gemeinden zu stärken, angemessene Strukturen der Kirche zu finden und neue Wege zu beschreiten. Dafür waren und sind gegenseitige Besuche wichtig und hilfreich. Wer gut Bescheid weiß, kann konkret beten!
Um den großen Bedarf an ausgebildeten Mitarbeitern zu decken, wurde seit 1996 in Astana (früher Akmola), der neuen Hauptstadt Kasachstans, ein Kirchen- und Ausbildungszentrum eingerichtet. Dort werden Kurzkurse für Prediger und Predigerinnen, für Mitarbeiterinnen in der Kinder- und Jugendarbeit und der Gemeindediakonie durchgeführt. Daneben gibt es eine dreijährige Ausbildung, in der sowohl Theologie als auch eine praktische Berufsausbildung vermittelt wird, damit Pastoren ihren Lebensunterhalt verdienen können. Die ersten sechs Pastoren haben jetzt ihren Dienst in Gemeinden aufgenommen.
Im Zentrum in Astana finden auch kirchliche Zusammenkünfte statt, dort versammelt sich die Synode. Dort werden Materialien für die kirchliche Arbeit zusammengestellt (z.B. Predigthilfen für jeden Sonntag in deutsch und russisch). Geistliche Schriften und Arbeitsmaterialien in russischer Sprache helfen den jungen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen für ihre Arbeit in den Gemeinden. Neben sterbenden Gemeinden wegen der Auswanderung gibt es wachsende Gemeinden in einigen Zentren. Immer wieder werden in den Weiten des Landes Gemeinden entdeckt oder engagierte Mitarbeiter führen Menschen zur Gemeinde zusammen. Seit April 1999 arbeitet ein Pastor aus Mecklenburg mit seiner Familie in Kasachstan. Ein Pastorenehepaar im Ruhestand ging 2002/03 für ein Jahr in das Land, um beim Aufbau von neuen Gemeinden zu helfen. Auch so können wir einander im Glauben stärken und voneinander lernen.
2001 fanden zum ersten Mal an verschiedenen Orten Kinderfreizeiten statt, die sehr gerne besucht wurden. Die Kinder erlebten in schöner Umgebung christliche Gemeinschaft mit viel Spaß und Spiel und natürlich verschiedene Formen der Beschäftigung mit der Bibel und Themen des täglichen Lebens. Wegen der finanziell schlechten Lage der meisten Familien unterstützen wir diese wichtige Investition in die Zukunft der Kinder und der Kirche.

Zu Gehilfen der Freude werden.

So klein und schwach die evangelischen Gemeinden auch sind, so helfen sie doch bei den Nöten in ihrer Umgebung. Die Notwendigkeit von vielfältigen diakonischen Aktivitäten wächst rapide. Dabei können wir sie unterstützen!
Suppenküchen und Notapotheken konnten in verschiedenen Orten aufgebaut werden. Fehlende notwendige Medikamente konnten wir liefern. In kritischen Fällen organisieren wir Transporte von Deutschland aus, obwohl sie abenteuerlich und kostspielig sind. Wenn wir sie auch auf ein Mindestmaß begrenzen, so sind sie doch noch nötig! Heime für Alte, Behinderte, Kinder bekommen fast keine öffentlichen Mittel. Die Arbeit mit Alkoholkranken ist im Aufbau, Kinder sind durch die Notstände besonders betroffen, u.a. durch Strahlenschäden in Kirgistan (Atombombentestgebiet jenseits der Grenze in China) und Kasachstan (Testgebiet Semipalatinsk). Geringe Summen können viel bewirken und zeigen über die materielle Hilfe hinaus, dass die Menschen nicht vergessen sind. In den letzten Jahren konnten wir so oft Gehilfen der Freude werden und wurden selber bereichert.

Auf nebenstehendem Bild sieht man eine Gruppe einer Kinderfreizeit 2001. Mit ca. je 1. 500, - € können wir wesentlich zur Finanzierung der Rüstzeiten beitragen.

Wir sind dankbar für engagierte Mitstreiter und jede Spende!

Unser "Spender- und Helferkreis Kasachstan/Mittelasien" hat ein Konto bei der Evangelischen Kreditgenossenschaft Schwerin:

  • Kontonummer: 205 300 347
  • BLZ: 760 605 61
  • Empfänger: Mission und Ökumene/Kasachstan/H. Rathke
  • Verwendungszweck: Geben Sie hier bitte immer Ihre vollständige Adresse an, da wir Ihnen sonst keine Spendenbescheinigung zuschicken können!

Kontakt

Helfer- und Spenderkreis Kasachstan/Mittelasien
(Ev.-Luth. Landeskirche Mecklenburgs)
19061 Schwerin, Schleifmühlenweg 11, Dr. H. Rathke

Landeskirchliches Werk für Mission und Ökumene
19055 Schwerin, Münzstraße 8
Landespastor Hans W. Kasch
Tel.: 0385 / 51 85 118