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Die fernen Nächsten - Evangelische Christen in Kasachstan

Vor etwa 250 Jahren wanderten viele Deutsche nach Russland aus, vor allem an die Wolga, in die Ukraine und in den Kaukasus. Dort bildeten sie z.T. geschlossene Siedlungsgebiete oder lebten mit anderen Nationalitäten eng zusammen. Unter Stalin wurden alle Russlanddeutschen verschleppt, nach Sibirien, Kasachstan und Mittelasien. Viele sind in Arbeitslagern umgekommen. Über Jahrzehnte waren deutsche Sprache und christliches Leben (sogar der Besitz der Bibel und häusliches Gebet) streng verboten. Trotzdem gibt es heute hinter dem Ural noch viele lutherische Gemeinden, etwa fünfzig davon - zum Teil sehr kleine Gemeindegruppen - in Kasachstan. Obwohl die Ausreise nach Deutschland immer noch er-strebenswert erscheint, sind einige dort geblieben. Außerdem finden Menschen anderer Nationalitäten zu den lutherischen Gemeinden,  als sich diese der russischen Sprache öffneten und nicht nur deutsche Kultur pflegten. Bischof Juri Novgorodov stellte fest: „Aus einer mono-ethnischen Kirche sind wir eine multi-ethnische Kirche geworden.“

Wir wollen sie nicht vergessen.

 
Helfer- und Spenderkreis Kasachstan
(Ev.-Luth. Kirchenkreis Mecklenburg)
Dr. Christa Möhring
De Hellbarg 24, 19065 Pinnow
Tel.: 03860 / 8411
christa.moehring(at)gmx.net
Zentrum Kirchlicher Dienste
Gemeindedienst weltweit
Pastor Jens-Peter Drewes
Alter Markt 19, 18055 Rostock
Tel.: 0381 / 377 987 14
jens-peter.drewes(at)elkm.de



1970  begann der mecklenburgische Landesbischof Dr. Heinrich Rathke in Zentralasien  Gemeinden zu besuchen und zu sammeln. Daraus entstand  eine langfristige Partnerschaft zwischen der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs und der Lutherischen Kirche in der Republik Kasachstan. Für die Gemeinden in Kasachstan ist eine solche Beziehung auch deshalb besonders wichtig, weil nach dem Zerfall der Sowjetunion die wirtschaftliche Not trotz erster Ansätze von Besserung groß ist. Die Wege zu den Gemeinden sind weit und beschwerlich. (Von der Hauptstadt Astana zur Gemeinde in Ust Kamenogorsk fährt man durch die Steppe ca. 20 Stunden mit dem Bus!)

Im  Kampf mit den widrigen Umständen und  der harten Umstellung auf die Marktwirtschaft galt es, die Gemeinden zu stärken, angemessene Strukturen der Kirche zu fördern und neue Wege zu beschreiten. Dafür waren und sind gegenseitige Besuche wichtig und hilfreich. Wer gut Bescheid weiß, kann konkret beten und helfen!

Die Weiterbildung der kirchlichen Mitarbeiter geschieht nicht mehr zentral in einem Predigerseminar, sondern erfolgt  in den  Oblasten (Regionen). Dort werden Kurzkurse für Prediger und Predigerinnen, für Mitarbeiterinnen in der Kinder- und Jugendarbeit und der Gemeindediakonie durchgeführt. Bewährte und fähige Mitarbeiter können an das Theologische Seminar der Lutherischen Kirche in Novosaratovka bei St. Petersburg zur vierjährigen Ausbildung oder zum Fernstudium delegiert werden.

Die  anhaltende Auswanderung, nun auch nach Russland, und Überalterung haben das Sterben von Gemeinden zur Folge. Die immer kleiner werdenden Gemeindegruppen brauchen Zeichen der Ermutigung durch Seelsorge, Gottesdienste und Besuche.  Daneben gibt es Gemeinden in einigen Zentren, die ein buntes Gemisch verschiedener Ethnien darstellen. Auch werden immer wieder in den Weiten des Landes evangelische Christen entdeckt.

2001 fanden zum ersten Mal an verschiedenen Orten Kinderfreizeiten statt, die nach wie vor sehr gerne besucht werden. Die Kinder erleben in schöner Umgebung christliche Gemeinschaft mit viel Spaß und Spiel und natürlich verschiedene Formen der Beschäftigung mit der Bibel und Themen des täglichen Lebens. Inzwischen werden ebenfalls Freizeiten für Jugendliche angeboten und sind sehr begehrt. Wegen der finanziell schlechten Lage vieler Familien hoffen wir,  auch weiterhin diese wichtige Investition in die Zukunft der jungen Menschen und der Kirche leisten zu können. Dazu gehört auch die Begegnung von Jugendgruppen aus Kasachstan und Mecklenburg, um damit die Partnerschaft zukunftsfähig zu gestalten.

Wichtig ist bei allem der Erhalt der kirchlichen Infrastruktur, weil ohne sie auch diakonische und missionarische Projekte langfristig keine Zukunft haben. Obwohl die Partnerkirche bemüht ist, immer mehr eigene Finanzmittel aufzubringen, ist sie vorerst nicht in der Lage, ohne unsere Hilfe auszukommen. Pastorenkonferenzen, Besoldung, Fahrtkosten der einheimischen Prediger und Mitarbeiter sind u.a. Ausgaben, für die unsere Unterstützung verwendet wird.

Mit dem Projekt „Jedes Kind soll eine Familie haben“ werden junge Mütter unterstützt, damit sie ihr Neugeborenes nicht zur Adoption freigeben müssen, wenn sie sonst aus wirtschaftlicher Not keinen anderen Ausweg sehen.


Hilfe für Menschen in Not

So klein und schwach die evangelischen Gemeinden auch sind, so helfen sie doch bei den Problemen in ihrer Umgebung. Die Notwendigkeit von vielfältigen diakonischen Aktivitäten wächst rapide. Auch dabei können wir sie unterstützen!

- Eine kirchliche Sozialstation besteht seit vielen Jahren in Kokschetau. Sie erhält keine öffentlichen Gelder. Die Gemeinden helfen
  nach Kräften mit eigenen Mitteln.

- Die Arbeit mit Obdachlosen ist ebenfalls eine Herausforderung.

- Neben dem Projekt „Jedes Kind soll eine Familie haben“, wird auch die Kinder- und Jugendarbeit unterstützt.
 
Unsere Spenden zeigen über die materielle Hilfe hinaus, dass die Menschen nicht vergessen sind. In den letzten Jahren konnte auf diese Weise vielen Menschen geholfen werden.

Wir sind dankbar für engagierte Mitstreiter und jede Spende!

Unser "Spender- und Helferkreis Kasachstan/Mittelasien" hat ein Konto bei der Evangelischen Kreditgenossenschaft Schwerin:

  • IBAN: DE95 5206 0410 0205 300 347 
  • BIC:   GENODEF1EK1  
  • Empfänger: Mission und Ökumene / Kasachstan
  • Verwendungszweck: Geben Sie hier bitte immer Ihre vollständige Adresse an, da wir Ihnen sonst keine Spendenbescheinigung zuschicken können!